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Geistliches Fünf-Finger-Essen
Wenn niemand lesen kann, wie lehre ich die Bibel?
Aug 9, 2002
von Sue Sprenkle


Wenn niemand liest
Wenn niemand in einer Volksgruppe lesen kann, wie bilde ich Gläubige aus, damit sie Gemeinden leiten? Das südwestliche B.- Seminar arbeitet mit dem IMB zusammen, um Gemeindeleiter in mündlichen Gesellschaften zuzurüsten
Südsudan. Kürzlich graduierten achtzehn Männer und Frauen mit einem Zertifikat vom Südwestlichen B.-Seminar ohne je ein Buch geöffnet zu haben oder eine einzige Arbeit geschrieben zu haben. Tief im Süden des Sudans unterrichtet eine Bibelschule einheimische Gemeindeleiter ohne den Gebrauch von Büchern, Computern und Stiften. Die einzigen Werkzeuge, die die Studenten brauchen sind Ohren, um zu hören, Augen um zu sehen und einen Mund zum erzählen. IMB-Missionare und Missionare lehren alles mündlich.
“Das höchste Niveau unter den Studenten ist Klasse fünf", so Tom Ogalo, kenianischer Missionar. “Viele Menschen in diesem Gebiet können nicht lesen. Lesen ist auch nicht der Weg, wie sie Informationen sammeln. Ihre Geschichte wird von Generation zu Generation mündlich weitergegeben. So macht es einfach Sinn, wenn wir anfangen theologische Ausbildung mündlich zu betreiben. Christen in einer Gesellschaft auszubilden, die nicht liest, bedeutet eine ernste Herausforderung für Missionare. Das Südwestliche B. Missionar in Fort Worth, Texas, arbeitet mit dem IMB zusammen, um Wege zu finden, mündliche Lernen mit biblischen Wahrheiten auszurüsten. Viele Missionare in der ganzen Welt benutzen das chronologische Bibelstudium, das von der Neuen Stämme Mission eingeführt wurde. Dieses Konzept lehrt, indem biblische Geschichten in chronologischer Reihenfolge erzählt werden. Jede Geschichte wird mehrmals wiederholt und jede Geschichte bezieht sich auf die nächste. Diese Methode wird für Evangelisation und Jüngerschaft verwendet.
“Als sich die gute Nachricht erfolgreich in mündlichen Kulturen durch diese Methode ausbreitete, waren die Missionare mit der Aufgabe und Herausforderung konfrontiert, wie diese neuen Gläubigen in den gegründeten Gemeinden zugerüstet werden sollen.” Sagte Grant Lovejoy, Professor im Seminar. “Wir fanden heraus, dass viele dieser mündlichen Lernenden nicht qualifiziert waren örtliche Seminare zu besuchen. Einige von ihnen konnten noch nicht einmal von theologischen Fernkursen aufgrund ihrer mündlichen Kultur profitieren.” So Lovejoy. “Der ganze Zugang ist so gestaltet Leute zuzurüsten, deren Wege zu lernen und zu kommunizieren mündlich sind. In der Ausbildung werden keine Vorlesungen, Mitschriebe, Fachbücher, Arbeitsbücher oder andere der normalerweise üblichen Lernaktivitäten westlicher Ausbildung verwendet. Lehrplan und Methodik des Unterrichtes wurden speziell für Menschen gestaltet, die in Kulturen leben und arbeiten werden, in den Lesen und Schreiben kaum praktiziert wird. Das Zertifikat vom Südwestlichen Baptisten Seminar hilft Glaubwürdigkeit und Standard für diejenigen zu bringen, die die mündliche Bibelschule abschließen. Ogalo und IMB Missionar Tom Reed lernten in dieser traditionellen Methode zu unterrichten von den Südsudanesen.
Nachdem sich die Klasse im Hof des größten Lehmhauses im Dorf versammelt hat, beginnt der Unterricht mit der Wiederholung der letzten Lektion. Sie sprechen über verschiedene Aspekte der Geschichte, ihrer Bedeutung und der Anwendung im Alltagsleben, bevor es zur nächsten Lektion weitergeht. Ogalo erzählt dann eine Geschichte aus den Paulusbriefen. "Diese Schule verlangt viel Auswendiglernen.” Erklärt Ogalo. “Wenn du die Geschichte falsch erzählst, dann werden es die Studenten falsch lernen und die werden es falsch ihren Gemeindegliedern erzählen.” Nach der Geschichte stellen Ogalo und Reed Fragen und beginnen eine Diskussion über Theologie und Gemeindeleitung. Reed leitet die Studenten an, Fragen durch den Reichtum der Geschichten, die sie schon gelernt haben zu beantworten. Jeder Student hat mehr wie 200 Bibelgeschichten gelernt. Für die Studenten gibt es jede Woche mündliche Tests und alle drei Monate ein umfassendes mündliches Examen. So lernen sie zu evangelisieren, Jüngerschaft, Gemeinden gründen und leiten, Seelsorge und ethische Fragen im Licht der Bibel anzugehen.
“Es geht alles über Wiederholung. Diese Menschen müssen jede einzelne Sache wiederholen, es ist nicht möglich für sie zu lesen oder ihr Gedächtnis aufzufrischen." erklärt Reed. “Deswegen haben wir viele kulturell angepasste Übungen. In jeder Lektion entwickeln die Studenten ein Drama und ein Lied, um die biblischen Wahrheiten zu illustrieren.” Studenten machen häufig vier oder fünf Lieder pro Geschichte. Leute aus entfernten Dörfern laufen zur Schule jeden Freitagabend, um die neuen Lieder der Woche zu lernen. Während sie bis zum frühen Morgen aufbleiben, singen sie dabei die neuen Lieder und gehen auch über alte Lieder.
Ogalo freut sich, als er hört, dass die Lieder gerade geübt werden und bemerkt, wie sehr sich das Dorf die letzten drei Jahre verändert hat: “Als wir zuerst kamen, kam niemand zu diesem Dorf oder lebte hier. Es gab kein Wasser. Jetzt ist ein Bohrloch hier und das ist der Versammlungsplatz für die Leute. Nicht nur wegen des Bohrloches, sondern wegen des Seminars. Gottes Wort verbreitet sich und Menschen nehmen die Geschichten als ihre an. Ein Student erzählt, dass, wenn er in sein Dorf zurückgeht und die Geschichten erzählt, die er im Seminar gelernt hat, die Reaktionen besser wie früher sind. „Sie erzählen mir, dass es das erste Mal ist, dass sie die Bibel verstanden haben und was es bedeutet Christ zu sein.“
Die meisten Studenten in dem Programm sind Pastoren in ihren Heimatdörfern. Die Vorgaben der Schule verlangen, dass sie neue Gemeinden pflanzen. Studenten erzählen die Geschichten und leiten Diskussionen, sie führen ein Drama auf und bringen neue Lieder und Tänze bei. Reed sagt, dass die Reaktion der Dorfbewohner erstaunlich sei. „Wir gehen so weit in den Busch, dass die Leute Blätter als Kleidung tragen. Es ist erstaunlich zu sehen, wie die Leute auf die Predigten und Lieder der Studenten reagieren. Dieser mündliche Weg des Predigens ist ein Weg Menschen zu erreichen, die traditionell Buschleute auf dem afrikanischen Kontinent sind. "
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