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FAQ:

Was bedeutet “Kulturell und sozial angepasst”?


- Während meiner Zeit in Zentralasien stellte ich fest, dass die Menschen Geschichten lieben. Wenn man beim Unterrichten an einem theologischen Seminar oder in einer Gemeinde systematisch vorgeht und die Dogmatik betont, verstehen die Menschen nicht sehr viel. Ich war echt schockiert, als ein einheimischer Freund mir sagte: “Ich habe keine Ahnung, was die ausländischen Gastprediger in unserer Gemeinde sagen wollen. Ich verstehe sie einfach nicht.” Wenn Du mehr über die verschiedenen Ebenen von Oralität/Mündlichkeit wissen willst, dann klicke auf diesen Link, du bekommst ein sehr interessantes pdf-workbook leider auf Englisch, schaue Dir Seite 8 an.
- Während des Winters in Zentralasien gibt es häufig Stromausfälle. Wenn Du auf high tech wie einen Beamer, einen Computer oder einen Fernseher angewiesen bist, dann sitzt Du plötzlich im Dunkeln. Wir saßen bei einem Bibelgespräch nur mit einem kleinen Licht in fast totaler Dunkelheit zusammen und hatten eine sehr gesegnete Zeit ohne high tech.
- Immer wieder erlebe ich es, dass Leiter selbst bei einer kleinen Gruppe gerne predigen. Speziell, die junge Generation jedoch möchte gerne die Geistlichen Schätze selber entdecken.

Was bedeutet „wirtschaftlich sinnvoll“?

Die Methodik wurde ursprünglich für den zentralasiatischen Kontext entwickelt. Die Menschen hier verdienen nicht mehr wie 150 Dollar pro Monat. Einige Mitglieder aus dem Hauskreis des Autors verdienen nicht mehr wie 50 Dollar im Monat, manche noch weniger. Wenn in einer solchen Situation ein Buch mehr kostet wie ein Monatsgehalt, können die Menschen es nicht kaufen, selbst wenn es nur ein Viertel eines Monatsgehalts wäre. Der Ausdruck des Materials oder das Fotokopieren kostet weniger wie einen Dollar und man hat Material für zwei Jahre und mehr.

Was bedeutet „wiederholbar“?

Ich kenne einen Lehrer, der an einem theologischen Seminar hier in Zentralasien unterrichtet hat. Er machte eine gute Arbeit. Später hat er mir erzählt: „Schau, ich habe auf einem sehr hohen Niveau unterrichtet und für die Vorbereitung des Unterrichtes verwendete ich Bucher in drei Sprachen. Es war ein guter Unterricht, aber niemand kann meinen Unterricht wiederholen.“ Was immer wir machen, ein einheimischer Gläubiger sollte in der Lage sein es zu wiederholen. Ein Student an einem Seminar sagte mir mal: „Schau, ich kann keine Gemeinde anfangen oder gründen, weil ich keinen Zugang zu humanitärer Hilfe habe.“ Nochmal, wenn ein Einheimischer es nicht wiederholen kann, sollten wir eine andere Methode wählen
Warum muss jeder für die Fotokopien oder den Ausdruck des Materials zahlen?
Es ist sehr wichtig, dass jeder diese Methodik wiederholen kann. Wenn eine reiche Person kommt und für alle die Kosten bezahlt, kann hinterher eine arme Person es nicht wiederholen. Wenn jemand bereit ist für das Material zu bezahlen, dann zeigt er auch echtes Interesse. Ohne echtes Interesse wird er sein Geld für andere Dinge verwenden. Übrigens, es reicht eine Fotokopie oder ein Ausdruck pro Gruppe. Allerdings ist es durchaus hilfreich, wenn jeder in der Gruppe einen Ausdruck hat.

Was bedeutet „verfolgungsresistent“?

Christenverfolgung gibt es in vielen Ländern. Mehr wie die Hälfte aller Weltbevölkerung lebt in Ländern, in denen Christen verfolgt werden. Christenverfolgung gibt es auch in Zentralasien. Wenn Du eine Bibliothek mit guten christlichen Büchern aufbaust, kann sie sehr schnell durch die Regierung geschlossen werden. Es gab Fälle in Zentralasien, in denen eine Bibliothek durch die Regierung weggenommen worden ist. Wenn es Unruhen gibt, kann eine Bibliothek zerstört werden. Wenn man ein großes Kirchengebäude baut, kann es weggenommen werden, das ist auch in Zentralasien passiert. Was immer man macht, es muss verfolgungsresistent sein. Geistliches Fünf-Finger-Essen kann leicht an einem geheimen Platz versteckt werden. Es kann im Geheimen in einem Wohnzimmer benutzt werden. Die Struktur des Materials betont, dass jeder mitmacht, so hat auch jeder die Chance zu wachsen. Jeder übernimmt mal die Leitung, so werden auch viele Leiter trainiert. Wenn ein Leiter ins Gefängnis kommt, können andere mit dem Geistlichen Fünf-Finger-Essen weitermachen.

Warum lesen wir die Geschichten in „chronologischer Reihenfolge“?

Um die Heilige Schrift/Bibel zu lesen, wird häufig als Startpunkt empfohlen eines der Evangelien wie Johannes oder Lukas zu lesen. Doch wie kannst Du verstehen, dass Gott Dich geschaffen hat, dass Du ein Sünder und von Gott getrennt bist und dass Sünde und Ungehorsam bestraft werden, wenn Du nicht die Schlüsselgeschichten am Anfang, speziell in Genesis und Exodus gelesen hast. Genesis und Exodus werden häufig auch 1. und 2. Mose genannt. Wie können Menschen verstehen oder sich bewusst sein, dass sie Sünder sind und einen Retter brauchen, wenn sie diese Geschichten nicht kennen?
Wenn Du mit Menschen aus muslimischem Hintergrund mit dieser Methodik arbeitest, liest Du am Anfang erst 18 Geschichten, noch bevor der Name Jesus erwähnt wird. Deine Teilnehmer werden den Charakter Gottes kennenlernen. Wenn sie dann im Neuen Testament oder im Injil die Geschichten über Jesus lesen, dann können sie für sich selbst die Frage beantworten, wer Jesus ist. Denn sie wissen, wer Gott ist. Theologische Lehrer im Westen benutzen häufig einen systematischen Zugang. Einfache Leute im Westen oder in Zentralasien denken häufig in additiven Wegen, anstatt alles in ein System ein- und unterzuordnen (subordninativ). Geschichte nach Geschichte summieren sich zu einer Biblischen Theologie auf. Wenn Du mehr über die Begriffe additive und subordinativ wissen möchtest, dann lies den sehr interessanten Artikel über orality auf wikipedia, leider nur in Englisch.

Was bedeutet „Verbindungen zu früheren Texten“?

Während des Studiums der Heiligen Schrift in einer Gruppe wird von den Teilnehmern erwartet, dass sie zukünftige Texte oder andere Bücher der Heiligen Schrift kennen, obwohl sie diese Abschnitte nie gelesen haben. Menschen, die schon lange Zeit, vielleicht für viele Jahre, die Heilige Schrift gelesen haben, bekommen einen sehr entmutigenden Vorteil gegenüber denjenigen, die gerade anfangen. Wenn in Deiner Gruppe Teilnehmer sind, die die Heilige Schrift nur wenig kennen, ist es sehr wichtig, dass Du als Leiter folgendes sicher stellst: Es werden nur Verbindungen zu früheren Texten hergestellt, zu Texten, die schon jeder in der Gruppe kennt. Wenn dies nicht geschieht, wird diese Methodik nicht funktionieren, im Gegenteil, es wird für einige sehr entmutigend.

Warum spricht ein Leiter nur „maximal 20 % der Zeit“?

Es ist sehr wichtig, dass der Leiter hilft jedem die geistlichen Schätze selber zu entdecken. Jeder soll ermutigt werden mitzumachen.

Warum ist es wichtig, dass die Teilnehmer die „Geistlichen Schätze selber entdecken“?

Diese Methodik wurde ursprünglich für die kulturübergreifende Arbeit entwickelt. Ein Leiter kann niemals alle Seiten aus dem Leben der Teilnehmer kennen. Das gilt besonders für die kulturübergreifende Arbeit. Die Erfahrung zeigt, dass die Teilnehmer Ideen im Text entdecken werden, die man selber vorher nie wahrgenommen hat. Die Teilnehmer werden Dinge entdecken, die wichtig für sie in ihrer Kultur in ihrem Lebensstil sind. Übrigens, selbst ein guter Prediger kann nicht alle diese Dinge abdecken, weil er es einfach nicht weiß.
Der vierte Finger oder der Ringfinger hat in dem Logo des Geistlichen Fünf-Finger-Essens einen goldenen Ring wie ein Ehering. In vielen Kulturen wird ein Ring auf den Ringfinger gesteckt, um zu zeigen, dass man verheiratet ist. Er oder sie hat einen Ehepartner, der für die andere Seite hoffentlich ein großer Schatz ist. Jahr um Jahr lernen sie sich besser kennen. Das Gleiche passiert in unsere Beziehung mit unserem Herrn. Die Beziehung sollte wachsen Jahr um Jahr und Geistliches Fünf-Finger-Essen wird dabei helfen.

Ist es nicht schwierig, den Text mündlich zu wiederholen, das bedeutet ohne Notizen und mit geschlossener Bibel?

Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Teilnehmer einer Gruppe anfangs sich oft sehr schwer tun einen Text mündlich zu wiederholen, sie sind schüchtern. Es ist sehr wichtig, dass der Leiter keinen Druck ausübt. Im Gegenteil, er soll mit gutem Beispiel voran gehen. Später werden die Menschen sehr offen sein und bereit die Geschichten zu erzählen. Das Ganze ist auch eine Frage des Gehirntrainings. Wenn man es mal ein paar Mal gemacht hat, wird es mit jedem Mal leichter.

Warum ist die „Heutige Anwendung“ so wichtig?

Das Studium der Heiligen Schrift ist kein Selbstzweck. Unser Ziel ist eine enge Beziehung mit unserem Gott. Ein zweites Ziel ist es das, was wir gelernt haben, im Alltagsleben anzuwenden. Am Anfang wird das nicht ganz einfach für die Teilnehmer sein. Da heißt es wiederum: Geduldig sein. Geh selber mit gutem Beispiel voran. Im Lauf der Zeit werden die Teilnehmer sehr interessante Anwendungen entdecken.

Was bedeutet „Alter Glaube“ in der Grafik „Heutige Anwendung“?

Nachdem man ein Nachfolger Christi geworden ist oder nachdem angefangen hat mit Gott zu leben, ist man weiterhin an den alten Glauben und das alte Leben gewohnt. Man muss es lernen, den neuen Glauben in jedem Aspekt des Lebens, in allen Beziehungen anzuwenden. So ist zum Beispiel in einigen Kulturen Zentralasiens Gott oder Tenir sehr weit weg. Er kümmert sich nicht um die Menschen. Der Charakter des lebendigen Gottes der Heiligen Schrift ist anders. Er kümmert sich um uns und möchte eine Beziehung mit uns.

Was ist mir den anderen Teilen der Heiligen Schrift wie die Propheten, die Psalmen oder die Briefe im Neuen Testament?

Geistliches Fünf-Finger-Essen konzentriert sich bewusst auf Geschichten, weil diese sehr leicht zugänglich für viele Menschen sind. Ursprünglich wurden die Geschichten aufgrund der zentralasiatischen Kultur ausgewählt, immer mit folgender Frage im Bewusstsein: Welche Brücken und Barrieren gibt es?
(Bemerkung: Der Autor betrachtet die Propheten, Psalmen und die Briefe des Neuen Testamentes als Teil der Heiligen Schrift wie alle anderen 66 Bucher der Heiligen Schrift.

Fördert diese Methodik Irrlehre, weil sie nicht alle Bereiche der Heiligen Schrift abdeckt? (A)

Geistliches Fünf-Finger-Essen baut im Lauf der Zeit eine biblische Theologie auf. Alle wichtigen Lehren findet man in den Geschichten. Eine der großen theologischen Fragen unserer Zeit ist: „Gibt es nur EINEN zu Gott? Was ist mit den anderen Religionen?” Man kann mit Johannes 14,6 argumentieren, dass es nur einen Weg gibt oder mit Ephesser 2,18. Oder man benutzt eine Geschichte wie Noah und fragt: Wer wurde gerettet? Wie viele Wege gab es, um gerettet zu werden? Man kann auch eine der Lieblingsgeschichten des Autors verwenden um diese Frage zu klären. In der Geschichte der Einsetzung des Passahmahles (Exodus/2. Mose 12) zog der Erzengel richtend durch das Land und tötete jeweils die Erstgeburt. Es gab nur einen Weg, um diesem Gericht zu entkommen. Der Engel ging an allen Häusern vorbei, in denen die Menschen an Gott glaubten und das Blut des Lammes an die Türpfosten gestrichen wurde. Die erstgeborenen Kinder oder Tiere starben nicht, sondern lebten. Übrigens, man kann diese Geschichte auch dazu verwenden, um Gnade zu erklären. Diese Geschichten zeigen deutlich, dass es nur einen Weg der Errettung gibt.

Fördert diese Methodik Irrlehre, weil es eine sehr offene Methodik ist? (B)

Wenn man anderen eine Chance gibt etwas selbst mit wenig Kontrolle zu tun, mit dem Ziel zu wachsen, dann gibt es immer auch das Risiko von Fehlern. Wenn man die Teilnehmer bevollmächtigen möchte, birgt das Gefahren. Dennoch ist die Gefahr die gleiche, wie wenn eine ausgebildete Person eine Gruppe leitet. Den Autor miteingeschlossen hat jeder von uns Fehler in seinem Dienst gemacht und von ihnen gelernt. In einer Gruppe besteht eine gute Chance, dass ein Fehler korrigiert wird. Eine Gruppe mit reifen Mitgliedern ist nicht wie eine Sekte, in der der Leiter Abhängigkeit zu ihm schafft und versucht die Mitglieder unmündig oder unreif zu halten.

Jetzt ist es ein guter Moment mit der Methodik zu starten, oder man macht mit den Studienführern weiter.